Die Kinder, die heute eingeschult werden, unterscheiden sich stärker denn je in ihren Erfahrungen, ihrem Entwicklungsstand und ihrem Lerntempo. Darauf möchten wir als Schule pädagogisch sinnvoll reagieren. Deshalb entwickeln wir unsere Schule Schritt für Schritt weiter. Ein wichtiger Baustein ist dabei die Jahrgangsmischung in unseren Flexklassen.
Warum verändern wir Schule?
An der 39. Schule sehen wir Vielfalt als Stärke. Jedes Kind bringt eigene Erfahrungen, Begabungen, Interessen und Lernwege mit. Unsere Aufgabe ist es nicht, alle Kinder im gleichen Tempo zum gleichen Ziel zu führen. Unsere Aufgabe ist es, jedes Kind bestmöglich auf seinem individuellen Weg zu begleiten.
„Nicht alle Kinder lernen das Gleiche zur gleichen Zeit auf die gleiche Weise.“
Otto Herz
Deshalb entwickeln wir unsere Schule kontinuierlich weiter. Wir gestalten Lernumgebungen, in denen Kinder miteinander lernen, Verantwortung übernehmen und ihre Stärken entfalten können. Neben fachlichem Wissen fördern wir bewusst Selbstständigkeit, Teamfähigkeit, Kreativität und Problemlösekompetenz – Fähigkeiten, die Kinder für ihre Zukunft brauchen.
Die Jahrgangsmischung in unseren Flexklassen ist ein wichtiger Baustein dieser Entwicklung. Sie ist für uns keine besondere Unterrichtsform, sondern Ausdruck unserer pädagogischen Haltung: Jedes Kind soll lernen dürfen – in seinem eigenen Tempo und gemeinsam mit anderen.
So lernen wir in den Flexklassen
Unsere Flexklassen zeichnen sich durch einen klar rhythmisierten Schultag, vielfältige Lernformen und eine enge Lernbegleitung aus. Ziel ist es, die Kinder schrittweise zu selbstgesteuertem Lernen zu befähigen. Sie lernen, ihre Lernprozesse zunehmend selbst zu planen, geeignete Lernwege zu wählen, Hilfe einzufordern und Verantwortung für ihr eigenes Lernen zu übernehmen.
Unsere Lehrkräfte gestalten vielfältige Lerngelegenheiten und begleiten die Kinder aktiv auf ihrem individuellen Lernweg. Sie führen neue Lerninhalte ein, beobachten Lernprozesse, geben gezielte Rückmeldungen und unterstützen dort, wo Hilfe benötigt wird. So entsteht eine Lernkultur, in der gemeinsames Lernen und individuelle Förderung Hand in Hand gehen.

Unsere Lernräume
Unsere Flexklassen sind so gestaltet, dass sie das selbstgesteuerte Lernen der Kinder unterstützen. Sie unterscheiden sich bewusst von einem klassischen Klassenraum, in dem alle Kinder zur gleichen Zeit am gleichen Platz arbeiten. Stattdessen schaffen wir eine Lernumgebung, die unterschiedliche Lernformen ermöglicht und den Kindern Orientierung, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung vermittelt.
Die Sitzplätze bestehen aus Einzel-, Partner- und Gruppentischen. Sie sind nicht dauerhaft zur Tafel ausgerichtet, sondern als Arbeitsplätze gestaltet. Je nach Lernaufgabe entscheiden die Kinder gemeinsam mit der Lehrkraft, ob sie allein, mit einem Partner oder in einer kleinen Gruppe arbeiten.
Ein zentraler Treffpunkt im Klassenraum ist der Lernkreis auf dem Teppich. Hier finden gemeinsame Unterrichtseinstiege, Erklärungen, Gespräche, Präsentationen und Reflexionsphasen statt. Der Lernkreis schafft Gemeinschaft und bildet den Ausgangspunkt für viele gemeinsame Lernprozesse.
Lernmaterialien stehen den Kindern in übersichtlich geordneten Materialschränken jederzeit zur Verfügung. Sie lernen, Materialien selbstständig auszuwählen, verantwortungsvoll zu nutzen und anschließend wieder an ihren Platz zurückzubringen. Dadurch übernehmen sie Schritt für Schritt Verantwortung für ihr eigenes Lernen.
Neben den gemeinsamen Arbeitsbereichen nutzen die Kinder bei Bedarf auch ruhige Nischen im hinteren Bereich des Klassenraums oder angrenzende Lernorte auf dem Flur. Diese Möglichkeiten unterstützen konzentriertes Arbeiten und ermöglichen es den Kindern, entsprechend ihrer aktuellen Lernaufgabe einen passenden Arbeitsplatz zu wählen.
Eine Organisationswand mit Tagesplan, Helferdiensten und weiteren wichtigen Informationen gibt den Kindern Orientierung im Schulalltag. Sie unterstützt sie dabei, ihren Schultag zunehmend eigenständig zu strukturieren und Verantwortung innerhalb der Klassengemeinschaft zu übernehmen.
Unsere Klassenräume sind weit mehr als Unterrichtsräume. Sie sind Lern-, Lebens- und Spielräume zugleich. Während sie am Vormittag das gemeinsame Lernen, die individuelle Förderung und das selbstgesteuerte Arbeiten unterstützen, werden sie am Nachmittag im Rahmen der Hortbetreuung zu Orten des Spielens, Entdeckens und Miteinanders. So begleiten die Räume die Kinder durch ihren gesamten Schultag und schaffen eine vertraute Umgebung, in der Lernen, Leben und Freizeit selbstverständlich zusammengehören.
